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Visionärer Unternehmensgründer, Menschenkenner mit großem Herz, begeisterter und begeisternder Sport- und Technik-Liebhaber: Peter Geishecker, Gründer der SPORTTOTAL AG und ihres Vorgängerunternehmens WIGE, verstarb am 30. März 2021 im Alter von 83 Jahren. Der gebürtige Kölner war über 30 Jahre lang unermüdlicher und erfolgreicher Unternehmer, unter dessen Führung aus einem kleinen Spezialisten für Sport-Zeitmessung ein international tätiges und breit aufgestelltes Unternehmen für die Produktion, Übertragung und Vermarktung von Sportevents wurde. 2000 brachte er das Unternehmen WIGE MEDIA AG an die Börse und leitete es bis zu seinem Ausscheiden aus dem Vorstand Ende 2010 weiter. Bis 2014 begleitete er sein Unternehmen noch als Aufsichtsrat, bevor er sich in seiner Eifeler Wahlheimat zur Ruhe setzte.

Der 1937 in Köln geborene Kaufmann lernte seinen Beruf im kleinen Betrieb seiner Eltern von der Pike auf, leitete und vergrößerte das Unternehmen später, bevor er Ender der 70er Jahre umsattelte: Mit Hilfe der immer preiswerteren und leistungsfähigeren Computertechnologie gehörte die WIGE Data GmbH zu den Pionieren in der elektronischen Zeitmessung. Unter Geisheckers Leitung wuchs das Unternehmen schnell zu einem mittelständischen Betrieb, der für seine Innovationskraft bekannt war. Erste TV-Aufträge für die Einblendung von Inserts und Zeiten wurden umgesetzt, Zeitmessungen in Motorsport, Leichtathletik, Ski Alpin und weiteren Sportarten kam hinzu. Als 1986 die TV-Sparte in Form der WIGE Data TV gegründet wurde, war damit das Portfolio definiert, mit dem das Unternehmen über Jahrzehnte außerordentlich erfolgreich sein sollte.

In den Folgejahren sorgte Peter Geishecker als ideenreicher Manager immer wieder für Innovationen in der Liveübertragung von Sportevents, die ab 1988 mit eigener Regie, Bildmischer, MAZ-Redakteuren und Technik realisiert wurde. Schon ein Jahr später begann das Unternehmen, die Läufe der DTM live für 3sat zu realisieren und Zusammenfassungen für das ZDF zu liefern. Und wenn auch die Haussender der populärsten deutschen Rennserie in den Folgejahren hier und da wechselten: Realisiert wurden die Produktionen immer wieder von WIGE – auch nach dem Neustart der DTM im Jahr 2000. Schon 1992 stand erstmals ein WIGE-Ü-Wagen im Auftrag von RTL beim deutschen Formel-1-Grand-Prix. Weitere Highlight-Produktionen wurden etwa bei der Vier-Schanzen-Tournee, den olympischen Winterspielen von Salt Lake City (2002) und Turin (2006) oder auch bei vielen Fußballspielen realisiert. So etwa Mitte der 90er Jahre, als die WIGE zu den Pionieren des FAN-TV gehörte.

Das sportliche Herz Geisheckers gehört dem Motorsport – und hier vor allem dem 24h-Rennen am Nürburgring. Schon in jungen Jahren war er selbst aktiv als Rennfahrer bei Rallyes, Gleichmäßigkeitsprüfungen und Slalomveranstaltungen. Seine wahre Berufung fand er aber am Rand der Rennstrecke als Funktionär. So unermüdlich wie in seinem Unternehmen war er auch bei dieser Veranstaltung als Rennleiter und Orgaleiter im Einsatz. Und so ideenreich er in Sachen Reglement auf der einen Seite war, so visionär waren seine Ansätze in der Medialisierung des Rennens. Ehrensache, dass er mit der WIGE auch die Vermarktung und TV-Produktion des 24h-Rennens übernahm. Damit wurde eine lange und äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit begründet. Denn auch heute noch ist die SPORTTOTAL AG als Rechtsnachfolgerin der WIGE Media AG eng mit der Veranstaltung verbunden – etwa als Halterin der TV-Übertragungsrechte.

Ab dem Ende der ersten Dekade der 2000er-Jahre übergab Geishecker sein Lebenswerk Schritt für Schritt in jüngere Hände. Ende 2010 zog er sich aus dem Vorstand der WIGE zurück, die er als Aufsichtsratsmitglied in den Folgejahren weiter begleitete. Motorsportlich übergab er 2011 das Amt des Sportleiters beim ADAC Nordrhein an seinen Nachfolger. Dennoch blieb er dem 24h-Rennen, der WIGE und der SPORTTOTAL AG, aber auch dem ADAC Nordrhein e.V., dem Nürburgring und seiner Wahlheimat weiter eng verbunden. Mit seinem unermüdlichen Elan brachte er immer wieder Entscheidungsträger und Ideengeber an einen Tisch, sorgte für Austausch und stieß Projekte an. Seine Begeisterungsfähigkeit und Persönlichkeit, der Gestaltungswille und das warmherzige rheinische Temperament machten ihn bis zum Ende seines erfüllten Lebens zum wertvollen Ratgeber der Sportszene. Peter Geishecker hinterlässt eine Lücke – aber er hinterlässt auch viele Menschen, die mit ihm positive Emotionen und Erinnerungen verbinden und sein Lebenswerk fortsetzen.